Trockenübung: Graustreifen-Farbspiele

farbstreifen © post-kunst-werk
Papierstreifen, gerettet aus dem Buchbindeworkshop-Müll, ergänzt durch Streifen aus der Schnipselkiste: Perfekt für meine Trockenübung zur Adventspost, noch ganz in Novembergrau.
Die Papierschneidemaschine durfte noch ein paarmal wild draufloshacken und schon habe ich reichlich Farbstreifen-Spielmaterial.

farbstreifen © post-kunst-werk

Graugestreiftes in allen Tönen lässt sich so unterschiedlich kombinieren und sortieren. Wieviele Töne von Grau es gibt: wärmer und kühler, bläulicher und bräunlicher. Papierstrukturen und Bedruckungen der Streifen geben eine zusätzliche Dimension.

farbstreifen © post-kunst-werk
Die Papierstreifen machen unverbindliches Austesten möglich, zeigen wie die Farben wirken, von hell nach dunkel sortiert, oder abwechselnd gemischt.

farbstreifen © post-kunst-werk
Und ganz anders mit ein bischen Farbe: Warm und edel mit etwas Gelb. 

farbstreifen © post-kunst-werk
Probeweise zugeschnitten aufs Postkartenformat, aber noch nicht festgeklebt. 

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder kühl und sachlich mit Blaustreifen?

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder ein pinker Akkzent?

farbstreifen © post-kunst-werk
Oder noch mehr Pink? Wenn ich die passende Farbe als Papier nicht im Vorrat habe, werde ich mir einfach Papier anmalen, oder frisch bedrucken mit Streifen. Um Zwischenergebnisse festzuhalten empfiehlt sich ein schnelles Foto vor dem endgültigen Aufkleben.

farbstreifen © post-kunst-werk
Dies sind nicht meine Farben, so wird meine Adventspost nicht aussehen. Es ist nur eine Aufwärmübung, die hilft, Farbkombinationen zu finden, unverbindlich zu testen und spielerisch zur besten Lösung zu kommen. Keine Ahnung, wo ich diesmal lande? Hoffentlich ein wenig außerhalb meiner üblichen Blau-Grün-Schublade. Und ihr, habt ihr schon angefangen, eure Farben zu finden? Wie nähert ihr euch dem Thema an? Zeigt es in der Link-Liste, die seit dieser Woche schon geöffnet ist. Ich freue mich so auf den buntgestreiften Advent!

Eure Michaela 

Die Adventspost-Linkliste



126 Postkünstlerinnen in 5 Gruppen machen sich ans Werk und beschäftigen sich intensiv mit Streifen und Farben. Hier habt ihr nun die Möglichkeit euch mit einer Linky-Liste zu vernetzen. Tauscht euch aus und inspiriert euch. Nutzt für Instagram die Hashtags: #adventspost2017 und #farbstreifen.



Adventspost 2017



Das Post-Kunst-Jahr geht seinem Ende entgegen. Fimmelige Buchbinde-Experimente haben uns im Frühjahr beschäftigt, und wetterabhängige Blaufärbereien im Sommer, beides ganz schon aufwändig, aber es hat sich gelohnt! Jetzt wollen alle wissen wie es weitergeht? Einfach!

Machen wir es zum Jahresende schlicht, aber trotzdem anspruchsvoll. Kehren wir zurück zur einfachen Postkarte, die wir ohne Umschlag verschicken. Lassen wir allen Post-Künstlerinnen die Freiheit, in ihrer Lieblingstechnik zu arbeiten. Beschäftigen wir uns mit dem grundsätzlichen Thema FARBE!


FARBSTREIFEN – Finde deinen eigenen Farbklang
Hast du eine Lieblingsfarbe? Oder eine Lieblingsfarb-Kombination? Entwickle deinen Stil weiter. Oder finde einfach neue Lieblingsfarben. Wie findest du dein Farbspektrum? Wie stellst du einen Farbklang zusammen, der in sich harmomisch ist und trotzdem individuell und spannend? Warm oder kalt? Kontrastreich oder analog? Hell oder dunkel?

Stell dein persönliches Farbschema im Streifenmuster zusammen. Gemischt und gemalt, gedruckt, gefunden und geklebt, gefärbt und genäht, ganz wie du magst. Längst-quer-diagonal-breit-schmal-regelmäßig-oder unregelmäßig gestreift, Block-oder Ringel-Streifen so wie es zu dir passt.

Am Ende hat jeder seinen persönlichen Farbklang. Gemeinsam bilden wir dann einen Farbteppich, einen Farbfächer, eine Fabpalette oder wie wäre es mit einer Farbnuancenbuchschachtel?


Das Prinzip
24 Teilnehmer gestalten 24 Postkarten und senden 23 davon am Tag X per Post an die anderen Teilnehmer des Projektes. So bekommen wir im Dezember täglich schöne Post.


Projektdaten
Format: Postkarte Din-Lang 210 x 105 mm
Technik: frei (Malerei, Collage, Druck, ...)
Material: frei
Umfang: 24 Exemplare
Porto: 23 x 45 Cent = 10,35 Euro
(kann sich durch Teilnehmer aus dem Ausland erhöhen)

Zeitrahmen
Versenden der Listen: 7. November 2017
Projektdauer: 1. bis 24. Dezember 2017

Anmeldung
ist abgeschlossen
Zubehör

 





























Buchschachtel (Tabea)
Pinterest Board
Design seeds
Pantone – Farbe des Jahres
Basiswissen Farblehre (Schmincke)
Farbkreis, Beispiel konkrete Farbmischung
Neutrale Farben (Anna Lange)
Farben kombinieren (Anna Lange)
Farbkreise (Itten, Küppers, Goethe, ...)
Farbwelt von Ann Marie Coolick
Farbwelt von Josie Lewis
Feel the Color (Julia Badow)

Farbpalast


Derweil ist es noch bunt draußen. Und schon sehr bald beginnt die kargste und kahlste unserer Jahreszeiten. Genau der richtige Moment also, um unsere Tuben, Flaschen und Näpfchen zu öffnen. Lassen wir sie frei, die Farbe. Welche genau? Du weißt noch nicht? Nähern wir uns dem Spektrum. Von welcher Seite? Farbe ist geduldig, es gibt so viele Herangehensweisen.

Farbe kann Mode sein und Stil haben, bewegt sich zwischen Regenbogen und Caput mortuum, sie ist typbedingt und manchmal ein Dauerbrenner, bei einigen ist sie immer oder nie gleich, während andere einen Bogen um sie herum machen oder gar gehemmt beobachten, wie andere aus dem Vollen schöpfen. 

Ich schweife mal …







Ich konnte nicht anders, als gleich mal loszulegen. Greife zu HKS 561, 673 und 795 und verlasse damit mein übliches Farbschema. Sich ins Tannengrün legen, Siena natur verteilen und in Warmgrau hell schwärmen. Schon gehen die drei eine Beziehung ein und Zwischentöne erblicken das Licht der Welt. Ein kleiner Farbfächer entsteht.

Obwohl es in diesem cremigen Gouache Gepinsel noch einiges zu entdecken gäbe, schiele ich bereits die nächsten Farbtuben an. Sie sind klein, wirken unscheinbar und leicht übergrellt. Ich bin C-M-Y Fan! Aus drei (Yellow, Magenta, Cyan) mach alles was du brauchst. Eine gute Grundlage. Das Ganze ist überschaubar und wirkt schon fast so, als könne man Farbe etwas bändigen. Etwas! 

Zudem ist dieses Mischsystem perfekt, um die Frage zu beantworten: An welcher Stelle entsteht eine Lieblingsfarbe? So zwischen Gelb und Cyan ermische ich mir den Weg, bis ich auf Türkis treffe. Verfeinern könnte ich dies noch durch das Aufhellen und Abdunkeln mit Weiß und Schwarz. Und ich könnte noch klären, wie viel Magenta mein Türkies verträgt.

Und dann gibt es kein Halten, es wird gemischt, gekreuzt und gewässert, bis ein kleiner Farbteppich entsteht.








Betrachtet es als kleinen Teaser für etwas …

Eure Tabea

Über mich • NEU • Porträts


Unser heutiger Beitrag ist kein neuer Post, sondern eine neue Seite »Porträts« – in der Navigationsleiste oben unter unserem Header. Dort möchten wir viele Porträts von unseren Teilnehmerinnen sammeln. Schaut doch mal vorbei. Oder springt gleich rein, in unsere neue Galerie …

Unser Anliegen ist dauerhaft, offen, erweiterbar und soll jederzeit auffindbar sein. Außerdem liegt es nun an euch, wie intensiv es wird und ob wir zahlreich in Erscheinung treten.

Damit der Anfang nicht so karg ist, habe ich ein paar Teilnehmerinnen aus der letzten Postkunst Aktion gefragt, ob sie den ersten Schritt machen. Ich bin nun gespannt, wen wir heute schon treffen werden.

Gern könnt ihr mitmachen. Jeder der schon mal bei der Postkunst dabei war oder immer oder manchmal. Macht euch keinen Stress, nehmt euch die Zeit, die ihr braucht. Zeigt euch so, wie ihr möchtet. Jeder hat andere Schwellen und Freiheiten.

Fühlt euch auch frei, euren Beitrag immer mal anzupassen. Wer will, kann klein anfangen und das »Selbstporträt« wachsen lassen. Wie ihr die Inhalte gewichtet sei euch überlassen.

Wer das alles schon längst hat? Der kann sich direkt verlinken. Vielleicht kann der eine oder andere sein »über mich« auch anpassen.

Ich nehme das zum Anlass, Gesicht zu zeigen. Gleich so, dass es für mein Blog als »Über mich« durchgeht. Das wünsche ich mir nämlich schon lange. Habe mich wohl schwergetan? Ich sehe die Selbstdarstellung als Prozess. Loslegen.

Viel Spaß beim Stöbern und Machen!

Blaue Wände: Sommerpost Finissage

Das wars mit dem blauen Sommer. Die erste Post-Kunst-Aktion in unserem neuen digitalen Zuhause ist abgeschlossen. Zeit für die Finissage. Für die Abschlussausstellung nehmen wir euch mit zu uns nach Hause. Leider liegen Geringswalde und Bergisch Gladbach über 500 km auseinander. Am Sonntag gab es bei Tabea eine echte Ausstellung im Haus, zu der ich leider nicht kommen konnte.

Wir kommunizieren fast nur über E-Mail und ein bischen über Whatsapp, ein fast täglicher Austausch über Projekte, Ideen und Privatkram. Ein Email-Ping-Pong, bei dem meist was Gutes herauskommt. So wollen wir heute auch den Abschluss der Sommerpostkunst gemeinsam schreiben und euch zeigen, wie es bei uns so läuft.

Tabea, zeig mal Bilder deiner Ausstellung!



Spontan. Eine kleine Post-Kunst-Werk Sonderausstellung konnte ich für Sonntag in unserer bestehenden Ausstellung integrieren. Es wurden zum »Tag des offenen Denkmals« Aquarelle aus dem Nachlass Eberhard Heinicker gezeigt. Dank meiner prallen Postkunstkisten waren die Vitrinen schnell gefüllt. Es hat Freude gemacht, die Themen der Aktionen zu drapieren.





Für mich eine wunderbare Vernissage-Finissage zum Ausklang der Sommerpost. Umzingelt von Werken der letzten Jahre, hängen die blauen Stoffläppchen in bester Gesellschaft.

Schön, dass du alles nochmal rausgekramt und herrlich beschriftet hast.
Was ist das da unten rechts denn für ein Bild? Das ist aber keine Postkunst?


Noch ein bisschen Kinderkunst von der Ausstellung davor. Der Zeitpunkt, wenn die kleinen Menschen noch nicht professionell alphabetisiert wurden, ist der beste für ganz große Kunst.

Liebe Michaela, was hast du denn so vor mit deiner Sommerpost?

Ach, Kinderkunst-Zeit, die schönste Zeit, genieß sie mit deinen noch Kleinen.
Die Sommerpost? Ein paar feine Sonnendrucke habe ich ins Wohnzimmer in Stickrahmen gehängt ...

und mir eine passende Sonnendruck-Vase aus Snappap dazu gesonnendruckt. Auf dem Material funktioniert die Technik mit der verdünnten Seidenmalfarbe auch gut.  

Der Großteil der Stoffe hängt noch im Arbeitszimmer an der großen Pinnwand, die dafür zu klein ist. In den langen Wintermonaten sollte ich mir daraus einen Sommerquilt nähen, oder ganz viele Bücher damit beziehen, oder jede Menge Taschen nähen. Mal sehen ...

Ich weiß auch noch gar nicht, worum sich dieses Jahr die Adventspost drehen wird. Es gab schon Anfragen. Aber ich weiß, wir hecken wieder was schönes aus, nicht wahr, Tabea?
Aber nicht so öffentlich, und es dauert noch ein bischen.

Ja. Ich hab Ideen für den Advent! Ehrlich gesagt sogar was tolles für Frühling und Sommer und den nächsten Winter ...

Gern können wir und könnt auch ihr die Linky-Listen nutzen, um Ergebnisse zu zeigen. Ihr könnt euch Zeit lassen, die Listen bleiben einfach dauergeöffnet. Vielleicht finde ich bei euch noch Inspirationen für meine Stöffchen. Ich bin schon glücklich, wenn sie Kante auf Kante in meinem Regal liegen. Ich werfe ihnen dann hin und wieder verliebte Blicke zu. So wie ich es mit den Fisch-Stoffen zu halten pflege.

Ist die Postkarte tot?



Bei uns in Nordrhein Westfalen sind die Ferien nun endgültig zu Ende, bei Tabea in Sachsen schon lange. Unsere Sommerpost-Aktion läuft zum Glück noch ein wenig weiter. Somit verlängern wir das Sommergefühl mit schöner Post im Kasten. Die Briefkästen mit schöner Post zu füllen, ist unser großes Ziel und dem kommen wir dreimal im Jahr sehr sehr nah. Aber in diesem Sommer kam ich ganz allgemein ins Grübeln.

Manos Post aus Dänemark und Sveas Post aus dem französischen Baskenland


Zum ersten Mal habe ich aus dem Sommerurlaub keine Postkarten verschickt. Die dänische Post war Schuld, mehr als drei Euro pro Versand, egal ob Brief oder Postkarte. Mano hatte mich im Vorfeld gewarnt und eine Karte von zuhause aus geschickt. Kristina hat es bestätigt und damit begründet, dass in Dänemark viel mehr digital funktioniert und analoge Post als unnötig Arbeit angesehen wird.

Postkartenentwurf im Reisebuch, Dänemark 2017



Da habe ich diesmal einfach gestreikt. Ich, die sonst in jedem Urlaub eine kleine Postkarten-Edition entwirft und an liebe Leute aus Familie und Freundeskreis schickt. Ok, entworfen habe ich die Karte dann auch, aber verschickt habe ich sie digital per Mail und Whatsapp mit einer langen Erklärung warum und wieso und mit vielen frischen Urlaubsfotos. W-Lan im Ferienhaus, das Ipad, das Handy machen es so einfach. Wohl war mir dabei trotzdem nicht. Irgendwie fehlte was, nicht, weil die anderen es von mir erwarten, eher weil ich es so wichtig finde. Gleichzeitig kamen auch frische Urlaubsfotos aus England, Italien, Griechenland auf diversen Online-Kanälen an.
Zurück zuhause fand ich einen Stapel schöne Blaue Sommerpost, die eine oder andere herrliche Karte aus Bloggerland und meine lieben Schwesternfischpostkarten, aber ganz normale Urlaubskarten? Fehlanzeige.


Postkarten aus England, entstanden 2009

Das brachte mich doch wieder zum Nachdenken. Nein, nötig ist sie nicht, die beliebige Karte von einem austauschbaren Strand mit einem Standardspruch, Wetter gut, Essen lecker... Aber oft war es doch mehr. Ein Lebenszeichen von Leuten, die man auch sonst nicht oft sieht, ein witziger Spruch, der zeigt, hier hat jemand unterwegs an mich gedacht. Ein liebevoll ausgesuchtes Motiv, eine exotische Briefmarke, krakelige Handschrift, Unterschriften von ganzen Familien, Spuren der langen Reise... das kann ein schönes Bild auf dem Handy nicht ersetzen. Vor allem nehme ich diese bestimmt nach ein paar Jahren nicht mehr in die Hand, kann ich ja gar nicht.

Mit unseren Postkunst-Aktionen können wir diesen allgemeinen Trends vielleicht ein bischen entgegen wirken. Und wahrscheinlich ist es mit Postkarte wie mit dem Buch und der Schallplatte, totgesagt und sehr lebendig, auf höherem Niveau. Jetzt gehe ich mal schauen, der Briefkasten hat geklappert, vielleicht ist ja doch noch Post gekommen? Und im nächsten Urlaub schreibe ich wieder, ganz bestimmt!

Seid alle ganz liebe gegrüßt von Michaela